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17.11.2017, 10:52 Uhr Zurück zur Übersicht | Drucken
Sexistische Werbung: Soll man sie verbieten?

Dr. Ute Eiling-Hütig, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Frauen der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag:


Sexismus bezeichnet eine Haltung, die Menschen alleine aufgrund des Geschlechts benachteiligt oder gar diskriminiert. Während die Definition des Wortes unstrittig ist, ist es trotzdem gar nicht so leicht, Sexismus im Alltag abzugrenzen. Ist Werbung für ein Duschgel sexistisch, wenn dabei eine nackte Frau unter der Dusche gezeigt wird? Oder ist die Sängerin Lady Gaga sexistisch, wenn sie ihr eigenes Parfum mit ihrem nackten Körper bewirbt?

Diese Beispiele zeigen, dass generelle Verbote bei diesem Thema zu kurz greifen. Vielmehr geht es darum, Werbetreibende dafür zu sensibilisieren, was geht und was gar nicht geht. Es geht zum Beispiel gar nicht, dass Frauen in der Werbung als „verfügbar“ dargestellt werden. Was hat etwa ein Auto mit einer (halb-)nackten Frau zu tun, die sich auf der Motorhaube räkelt? Das ist eine herabwürdigende Instrumentalisierung von Frauen, die Kunden zum Kauf animieren soll. Stereotype, die nur auf ein Geschlecht bezogen sind, gehen ebenfalls nicht. Das brave Heimchen am Herd als Werbefigur für Einbauküchen fällt auch ohne nackte Haut in das Kapitel sexistische Werbung.

Seit 45 Jahren gibt es den Deutschen Werberat als Mittel der Werbewirtschaft zur Selbstdisziplinierung. Bei ihm kann jeder Beschwerde einreichen. Zum Beispiel gegen Reklame, die dem „Empfinden und Werteverständnis der umworbenen Bürger anstößig und daher unerwünscht“ ist, auch wenn sie nicht gegen Gesetze verstößt. Etwa sexistische Werbung. Ein Expertengremium entscheidet auf Grundlage der Verhaltensregeln des Rats. Als nicht akzeptabel wird Werbung ausgewiesen, wenn Personen ihres Geschlechts, ihrer Abstammung oder ihres Glaubens wegen diskriminiert, auf ihre Sexualität reduziert, durch übertriebene Nacktheit herabgewürdigt, als käuflich dargestellt werden oder der Inhalt pornographisch ist. In 94 Prozent der Fälle, in denen der Werberat Firmen mit einer öffentlichen Rüge droht, stellen sie nach Angaben der Organisation die beanstandete Kampagne ein. Die restlichen sechs Prozent werden öffentlich gerügt – und kein Werbetreibender kann es sich leisten, auf Ablehnung zu stoßen.



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