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21.08.2017, 14:46 Uhr
Neue Wege in der Drogenpolitik: Seidenath und Holetschek informieren über Modellversuch
Die Bekämpfung illegaler Drogen steht in Bayern auf zwei Säulen: Prävention (vor allem bei Jugendlichen) und Hilfe für bereits erkrankte Menschen. Die zweite Säule soll künftig mit einem Modellversuch gestärkt werden. Dabei soll das Heroin-Gegenmittel Naloxon zum Einsatz kommen, wie Bernhard Seidenath und Klaus Holetschek, die beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Gesundheit und Pflege der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag bei einer Pressekonferenz verdeutlichten.
Foto: Erik Settles | © CSU-Fraktion

Naloxon ist ein Opioid-Gegenmittel, das bei einem Atemstillstand in Folge einer Heroin-Überdosierung als Lebensretter eingesetzt und neuerdings auch als Spray über die Nase verabreicht werden kann. Bislang dürfen das Mittel nur Ärzte verabreichen. Im Rahmen des auf zwei Jahre angelegten Modellprojektes sollen nun auch medizinische Laien wie zum Beispiel Angehörige von Heroinabhängigen speziell geschult werden, um das Mittel im Bedarfsfall einsetzen zu können. Ziel ist, die Zahl der Herointoten in Bayern zu verringern. Für die vier Städte München, Nürnberg, Regensburg und Augsburg werden nun Teilnehmer für das Projekt gesucht.

Auch wurde beim Drogenersatzstoff Methadon die Rechtssicherheit für Bayerns Ärzte verbessert. Der Fraktion war es wichtig, dass Ärzte sichere rechtliche Rahmenbedingungen haben, um eine Methadon-Substituierung durchführen zu können. Dadurch sollen die Angebote künftig noch weiter in die Fläche gehen, um die bisherigen weißen Flecken auf der Landkarte zu füllen.

Die beiden CSU-Gesundheitspolitiker informierten darüber hinaus über Cannabis als Medikament. Vor allem für Schmerzpatienten, Multiple-Sklerose-Erkrankte oder auch bei Chemo-Therapien kann Cannabis inzwischen als Medikament erworben und eingesetzt werden. Einer generellen Legalisierung von Cannabis als Genussmittel steht die CSU-Landtagsfraktion aber nach wie vor ablehnend gegenüber. Auch sogenannten Drogenkonsumräumen erteilten Seidenath und Holetschek eine klare Absage.

Beim Thema Prävention geht Bayern auf Initiative der CSU-Fraktion neue Wege. So soll mit einer Suchtmittelbefragung an über 60 Schulen ein genaues Bild des Suchtverhaltens der 14- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schülern gezeichnet werden. Hamburg hat damit bereits gute Erfahrungen gemacht. Die anonyme Befragung der rund 7.500 Schüler soll 2018 in München, Nürnberg und den drei Landkreisen Miltenberg, Dillingen und Weilheim/Schongau durchgeführt werden.

   
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