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31.03.2016, 09:16 Uhr
Wie können öffentliche Einrichtungen besser vor Terroristen geschützt werden?
Standpunkt von Dr. Florian Herrmann, Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport des Bayerischen Landtags:
Vorsitzender des Ausschusses für Kommunale Fragen, Innere Sicherheit und Sport des Bayerischen Landtags

Die Anschläge von Brüssel haben uns alle tief erschüttert. Die feigen Attacken auf wehrlose Menschen sind zugleich ein islamistischer Frontalangriff auf unsere Werte, unsere Demokratie und unsere Freiheit. Es wird nie einen hundertprozentigen Schutz vor radikalisierten Selbstmordattentätern geben. Jedoch können wir die Risiken minimieren.

Die Terrorwarnung in der Silvesternacht in München samt Evakuierung des Hauptbahnhofes hat gezeigt, dass auch wir in Bayern Ziel eines Anschlags werden können. Unsere Behörden haben damals richtig gehandelt. Zum Schutz öffentlicher Einrichtungen gehört nämlich unter anderem, konkrete Bedrohungen zu erkennen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich die europäischen Sicherheitsbehörden noch besser vernetzen und Informationen über so genannte Gefährder austauschen.

Die Anschläge von Paris haben gezeigt, dass Terroristen teilweise gezielt im Flüchtlingsstrom untertauchen, um nach Europa zu gelangen. Auch wenn über die Balkanroute momentan weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, brauchen wir weiterhin Grenzkontrollen. Wir dürfen den Terroristen nicht im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor öffnen. Da die Bundespolizei aktuell nicht alle Grenzübergänge kontrolliert und auch die Hilfsangebote aus Bayern ausschlägt, setzen wir dabei weiterhin auf eine verstärkte Schleierfahndung in Grenznähe.

Wenn die Bundesvorsitzende der Grünen behauptet, dass mehr Polizei keine Verbesserung brächte, liegt sie falsch. Bei konkreten Bedrohungen brauchen wir alle verfügbaren Einsatzkräfte, um Plätze, Gebäude oder auch Personen zu schützen. Gerade bei Großveranstaltungen erhöhen Polizisten in Uniform und in Zivil nicht nur das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung, sondern sind im Ernstfall schnell einsatzfähig.

Video-Überwachung von öffentlichen Plätzen und Einrichtungen, Elektronische Spurensicherung und Stärkung unserer Nachrichtendienste sind weitere Möglichkeiten, den Schutz vor terroristischen Anschlägen zu verbessern. Auch hier erwarten wir, dass sich die Opposition nicht jedes Mal quer stellt, sondern gemeinsam mit uns für den Schutz unserer Bürgerinnen und Bürgern arbeitet.
 

   
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